Freitag, 26. April 2019

Geigenstunde

Am Mittwoch hatte ich meine erste Geigenstunde seit Jahrzehnten. Ich gönne mir seit neuestem Geigenunterricht bei einem Mitglied des Städtischen Orchesters.

Als Kind und Jugendliche hatte ich zehn Jahre Unterricht an der Musikschule bei uns daheim und bin nie mit meinen Geigenlehrern klargekommen. Es war die Musikschuldirektorsfamilie, erst die Mutter, dann der Sohn. Frustig war das, und nach dem Abitur hatte ich erstmal für zehn Jahre die Geige weggelegt, um dann irgendwann doch wieder nach ihr zu greifen.

Der Traum vom guten Unterricht besteht eigentlich schon lange. Zum einen ist mir bewusst, dass ich es brauche. Und zweitens ist es mittlerweile in meinem "Ensemble Intermezzo" jedes Mal so fein, dass ich von Unterricht träume. Ausserdem komme ich alleine nicht so recht weiter. Youtube ist da auch keine Lösung.

Also gönne ich mir Geigenunterricht. Aus Anlass desselben hatte ich im Vorfeld nach meinen alten Lehrern gegoogelt. Und festgestellt, dass sie Anthroposophen sind. Das ist nicht meine Welt. Nach dem Austausch mit dem Steppenhund ist diese Familie wohl Hardcore-Anthroposphie.
Aber es ist nicht nur das, merke ich nach der ersten Stunde. Mein neuer Geigenlehrer hat echtes Interesse und echte Freude an der Musik. Das teilt sich mit. Und er geht ganz anders dran, viel natürlicher und organischer. Und was er sagt, hat Hand und Fuss. (Und die Anthroposphie fehlt ganz.)

Nach der ersten Geigenstunde war ich erledigt. Dabei hat er mich nicht heftig gefordert. Aber ich bin das nicht mehr gewöhnt, Einzelunterricht zu haben (als Schülerin war das was anderes) und ich bin es schon gleich gar nicht gewöhnt, dass ich mit meinen Geigenlehrer kann.
Aber es ist mehr als das, ich merke das jetzt beim Üben. Ich bin auch nach dem Üben erschöpft, dabei übe ich nicht streng oder gar verkrampft oder stundenlang. Danach muss ich mich erstmal kurz hinlegen und ausruhen. Und danach kann ich Dehn- und Lockerungsübungen machen, so sehr entkrampft es sich bei mir.
Und ich muss sagen, meine damaligen Lehrer hatten es nicht nur menschlich nicht drauf, sondern auch fachlich. Das ist ein Tabubruch meinerseits, das zu sagen, denn es handelt sich um die hochgehandelte Musikschuldirektorsfamilie. Aber es ist so, es hat nichts getaugt. Und ich komme ohne sie (alleine) weiter als mit ihnen.

Freitag, 12. April 2019

Julia geht zum Herzwerk Wien

Huuuu, wir senden eine Missionarin aus nach Wien. Und nicht, um irgendwas zu machen, oder Leute zu bequatschen oder mit Traktaten zu traktieren oder so. Nein, nein, zum Herzwerk Wien. Das ist eine diakonische Einrichtung, die mit Prostituierten arbeitet, die ihnen beim Ausstieg hilft (wenn es sie es denn je schaffen) und so weiter und so fort. Es muss sich auch keine zu Jesus bekehren, das ist freiwillig. Alles ist freiwillig. Im Gegensatz zur Zwangsarbeit, die die Frauen tun.

Kaum eine Frau macht die Sexarbeit freiwillig. Aber die, die das tun (oder vorgeben, es freiwillig zu tun), sind medial stark überrepräsentiert und haben eine grosse Klappe. Letztens habe ich auf SWR1 Sonntag morgens Sr. Lea Ackermann von Solwodi gehört (sie dürfte einigermassen bekannt sein). Und sie sagte, sie kenne keine einzige, die das freiwillig mache. Wenn man mit den Frauen ins Gespräch kommen, wenn sie sich einem öffneten, dann erkennt man, dass diese "Freiwilligkeit" keine ist.

Julia - unsere Julia - hat eine schöne Website gemacht, mit gut Inhalt. Schaut mal rein: finding jewels.

Hut ab vor dem, was Julia da tut! Ich könnte das nie. Mir geht alles viel zu nahe. Die Geschichten, die sie zu hören bekommt (oder schon bekommen hat), die Geschichten, die sie spürt oder erahnt. Nicht nur aufgrund der Erzählungen erahnt, sondern aufgrund der Spuren, der psychischen und physischen, die das Erlebte in den Frauen hinterlassen hat.

Huuuuuu!

Samstag, 30. März 2019

Viel gelernt

Viel gelernt aus dem Buch "Abschied vom Märchenprinzen" von Bonnie Kreps. Schade, dass es keinen Untertitel hat, der ein bisschen näher erklärt. So nackig ist der Titel etwas platt und nicht so anziehend.

Sei's drum, mir hat es viel gebracht und ich setze immer noch so manches Erlebte zusammen. Nun wird mir so manches schlüssig. Nicht nur mit Männern, sondern v.a. auch mit Frauen! Es gibt nicht nur die Märchenprinzen, sondern auch die Märchenprinzessinnen. Oje, oje, eine bagages.

Ich kann das Buch nur empfehlen, sowohl Männlein als auch Weiblein.

Sonntag, 24. März 2019

Das Buch "Abschied vom Märchenprinz"

Das Buch ist, wie schon beschrieben, für mich ein Zufallsfund. Er hat sich als wahre Goldgrube erwiesen.
Die Autorin schreibt brillant und engagiert nicht einfach über Beziehungen, sie geht in die Tiefe und nimmt das Patriarchat sehr fundiert auseinander.

Leute, ich wusste ja gar nichts über das Patriarchat! Oh, ich, die ich doch immer nach den grundlegenden Bedürfnissen eines Menschen gehe. Für patriarchale Menschen ist das Revoluzzertum.
Ich hätte das nie gedacht.
Für patriarchale Menschen ist es Revoluzzertum, wie ich mit Männern umgehe: Auf Augenhöhe. Ich kann mit Männern weiss der Kuckuck was bequatschen und tue das auch. Nicht nur sporadisch, sondern die ganze Zeit. Ganz selbstverständlich.

Parallel dazu habe ich angefangen, das Neue Testament zu lesen. Denn die Bibel ist ein Zustandsbericht aus dem Patriarchat und Jesus scheint mir derjenige zu sein, der es durchbricht. Schaut Euch allein die Seligpreisungen an (in Matthäus 5, 3-12). Vers 4 sagt (in der Übersetzung der Basisbibel): "Glückselig sind die, die an der Not der Welt leiden." Oder Vers 6: "Glückselig sind die, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. Denn sie werden satt werden."
Und so geht es gerade weiter. Diese Seligpreisungen habe ich nie verstanden. Was soll denn an Leiden so toll sein?
Ja, wenn ich das ganze aus dem Patriarchat betrachte, in dem die Männer ihre Gefühle nicht ausdrücken können, ja überhaupt gefühlsarm sind, dann sieht das anders aus. Mit Gefühlsarmut, mit Distanziertheit, mit Indifferenz lässt sich keine Beziehung führen, aber darum geht es Gott. Wer leidensfähig ist, dies ausdrücken und leben kann, der ist zu Gefühlen fähig, der kann Beziehungen führen.

Ich muss das alles sich gründlich setzen lassen und komme nur langsam mit der Lektüre voran. Völlig neue Ausblicke und Einsichten.

Donnerstag, 21. März 2019

Frauen, die Rechtspopulisten wählen

Mittlerweile ist es nichts ganz Neues mehr, sondern ein bekanntes Phänomen: Frauen wählen Rechtspopulisten. Doch wieso? Was versprechen sie sich davon? Was spricht sie an?

In der 135. Folge vom Lila Podcast wird das zum Thema gemacht. Zu Gast bei Katrin Rönicke ist Elisa Gutsche von der Friedrich-Ebert-Stiftung. Diese Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine Studie zum Thema herausgebracht, eine Studie, nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern.

Die Studie mit dem Titel "Triumph der Frauen" kann bei der Friedrich-Ebert-Stiftung runtergeladen bzw. auch als Print angefordert werden.
Sehr lesenswert. Ich führe mir das gerade zu Gemüte.

Dienstag, 19. März 2019

neugierig auf ein Emanzenbuch

Aus Neugierde habe ich ein Buch bestellt (antiquarisch, da kann ich nichts falsch machen). Das Buch, das eine gestandene Professorin wohl in ihrer Studentenzeit gelesen hat. Ein Emanzenschmöker sage ich jetzt mal, denn sie fand es irgendwie peinlich, dass sie das noch in ihrem Besitz hatte. Was man nicht so alles liest, wenn man jung ist, nicht wahr?

Ich hatte im Internet rumgesucht nach dem Buch, neugierig wie ich war und bin, habe den richtigen Titel ausfindig gemacht: "Abschied vom Märchenprinz". Der (kurzen) Rede der Professorin nach zu urteilen, hat sie diese Phase längst hinter sich gelassen.

Ich entnehme der Beschreibung, dass es um Entzauberung von Mythen im Beziehungsbereich geht. Nun, Mythen halten sich lange, gesellschaftliche Veränderungen brauchen ihre Zeit (das Buch erschien in den 90er Jahren) und so denke ich, dass es nach wie vor noch aktuell ist. Auch wenn sie selbst drüber raus sein mag (das ist sie bestimmt), so müssen sich andere der neuen Generation, aber auch ältere (meiner Erfahrung nach - selbst mit 50 ist so manche(r) noch nicht erwachsen) wieder ausbuddeln. Es dürfte ein Licht auf unsere Gesellschaft werden.

Sonntag, 17. März 2019

neue Woche

Es ist Sonntag abend, ich komme vom Haltestellengottesdienst, der wieder wunderbar war, sitze einsam und alleine an der Haltestelle und warte auf die Strassenbahn. Es ist bereits dunkel, der Tag so gut wie gelaufen.
Die Strassenbahn kommt, ich steige ein. Den Tag würde ich am liebsten anhalten, denn das Wochenende war so schön mit lauter Freunden und ich will keine Unterbrechung. Den Sonntag in Dosen aufbewahren, zur Arbeit mitnehmen und immer wieder davon probieren, damit das Sonntags- bzw. Wochenendgefühl wieder da ist. Das wär was. Ich will die neue Woche nicht.

Kurz bevor ich aussteigen muss, stupst mich jemand von hinten. Nanu, das war an einem Sonntagabend noch nie da! Ich dreh mich um: Da steht ein guter Freund vor mir, den ich schon länger nicht mehr gesehen habe! Wir tauschen uns aus, er steigt mit mir aus, um dann noch ein paar Schritte an der frischen Luft zu tun und verabreden uns für die kommende Woche.

Juchu, die neu Woche kann kommen!

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Herzensdinge

Hier stand mal was zu Liebe und Verliebtheit. Jetzt hat es sich doch überlebt.

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Und hier noch meine Buchliste, was man mir so bei Amazon und Co kaufen kann.

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