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Leben

Donnerstag, 5. November 2009

Gedanken an Petra

Heute abend habe ich mal Zeit. Der Feedreader hat einen interessanten Podcast von SWR 1 ausgespuckt. Die Leiterin und eine Teilnehmerin - die Mutter eines schwerst erkrankten Kindes - des Konderhospizes St. Nikolaus, das es seit 2007 gibt, waren zum Interview geladen.

Der kleine Frieder hat wie Carsten auch eine Sonde. Nur dass Carsten erwachsen ist und der kleine Frieder gerade mal drei Jahre.

Ein Kinderhospiz ist anders als ein Erwachsenenhospiz. Ins Erwachsenenhospiz gehen die sterbenskranken Leute zum Sterben.
Das ist im Kinderhospiz anders. Dort gibt es ausdrücklich Erholungsaufenthalte für die ganze Familie. Die kranken Kinder werden gepflegt und die Familie hat wieder Luft und Zeit füreinander. So hat die interviewte Mutter erzählt, dass sie und ihre Familie das Hospiz als zweites Zuhause sehen.
Nach St. Nikolaus können Kinder und ihre Familien ab der Diagnose gehen, zeitlich unbegrenzt. Tage, Wochen, Monate, Jahre, Jahrzehnte.
Das Stichwort "Jahrzehnte" hat mich wieder an Petra denken lassen. Denn sie wollte auch schon in ein Hospiz, hatte aber Probleme, weil ihre Junioren eben im Erwachsenenalter sind. Ob St. Nikolaus eine Option wäre?

Freitag, 18. September 2009

alte Kommilitonen

Zur Zeit frage ich mich, ob ich mit alten Kommilitonen aus der Unizeit Kontakt aufnehmen soll.
Zehn Jahre oder mehr ist es her, seit ich sie gesehen habe, derweil bin ich vom Leben ganz schön zerzaust worden, während viele von ihnen eine Fachkarriere hingelegt haben. Das sind ganz schöne Unterschiede. Kommt ja noch dazu, dass man sich ohnehin weiterentwickelt, die Reife oder Nichtreife nach der Unizeit ist beträchtlich.

Soll ich, soll ich nicht?

Freitag, 4. September 2009

lustige Begebenheit im Regen

Lustiges Erlebnis gehabt heute.

War den ganzen Tag unterwegs und als ich endlich heimwollte, habe ich Freunde getroffen. Ich bin also wieder in den Regen gekommen auf dem Nachhauseweg.

Bin mit der Strassenbahn gefahren, an meiner Haltestelle ausgestiegen, Schirm aufgespannt.
Vor mir läuft ein Jugendlicher, ebenfalls Schirm aufgespannt. Aber nicht lange und der Schirm klappt einfach zu. Also nochmal: Auf den Knopf drücken, Schirm geht auf, über den Kopf halten, paar Schritte gehen: Der Schirm geht zu.
Und nochmal: Schirm aufmachen, über den Kopf halten, paar Schritte laufen, der Schirm geht zu, unter sich den Kopf begrabend.
Der junge Herr fing wieder von vorn an. ...

Ich weiss nicht, wie oft er es noch versuchte, denn ich war an meiner Haustüre angekommen. Ich hoffte, dass der junge Mann nicht zu mir zurückschaute, denn ich musste sehr lachen.

wie Passbildautomaten

Jedes weitere Wort macht nun ungefähr soviel Sinn, wie auf den Tag zu hoffen, an dem Passbildautomaten einen gut aussehen lassen.
Lässt mich daran denken, dass so manche Situation einfach nicht verbessert werden kann. Zu verfahren, zu aufgeheizt die Stimmung, zu eingleisig das Denken, zu stark die Bedürfnisse.
Hier sind es Junkies, aber es müssen keine Junkies sein.

via Thorsten Bathe

Donnerstag, 6. August 2009

durcheinandergewirbelt

Herr John (netter Kerl, der sehr interessant bloggt) hat mich nach meiner Autistenverwandtschaft gefragt. Klar habe ich ihm geantwortet.
Aber durcheinandergewirbelt hat es mich schon noch mal. Denn es war wirklich nicht leicht mit ihnen bzw. heute stehe ich davor und weiss nicht, wie ich mit ihnen umgehen soll. Ich lege sehr viel Wert auf soziale Kompetenz, aber die geht zumindest meinen Leuten (es gibt auch andere Asperger) völlig ab. Das ist schon wirklich kein Witz.
Mir fiel es auch nicht so leicht, das Buch "pretending to be normal" lesen. Die Autorin, selbst Asperger, beschreibt darin immer wieder, wie sehr benachteiligt Autisten wären. Das war für mich nicht leicht zu lesen, denn meine beiden bemühen sich sehr, der Welt ihren Stempel aufzudrücken. Wenn nicht, wird ausgetickt!

Ich hoffe, Herr John, es klang nicht allzu bitter. Ich bin mit meinen Leuten einfach überfordert, das ist alles.

Dienstag, 14. Juli 2009

Das Projekt Lebenstagebuch

Soeben habe ich in einem Podcast von SWR2 von dem Projekt Lebenstagebuch in Berlin erfahren.
Menschen, die in ihren Jugend- und Kindesjahren Krieg und Verfolgung erlebt haben, können sich in einer Internettherapie an Therapeuten wenden, sich die Last von der Seele schreiben.
Altersheime suchen immer wieder nach diesen Möglichkeiten, denn den Insassen kommen nun im Alter die Kindheitserinnerungen und sie leiden darunter. Da sie aber mit "hart wie Kruppstahl" und derlei Dingen aufgewachsen sind, fällt es ihnen an sich sehr schwer, sich Hilfe zu holen, auch noch so, dass andere das mitbekommen. Mit dieser Art der Therapie aber können sie das von sich daheim aus tun, ohne dass es jemand mitbekam. Sie können vor dem Rechner weinen, ohne dass sie sich schämen müssen. Für die meisten ist es anscheinend das erste Mal, dass ihnen jemand zuhört.
Internettherapie hört sich für deutsche Ohren vielleicht etwas unseriös an, aber in den Niederlanden ist das seit Jahren etabliert und erfolgreich und wird auch von den Krankenkassen unterstützt.

Hier geht's zur Webseite: Lebenstagebuch

Samstag, 16. Mai 2009

Abstand halten

"Abstand halten - denn die Dinger gehen auf!" singen die Wise Guys in ihrem Stück Chocolate Chip Cookies.

Gilt auch sonst im Leben. Wenn einen was drückt: Abstand halten, was anderes machen, innehalten. Wie beim Programmieren. Wenn man da nicht mehr weiterkommt: Abstand schaffen, aufs Klo gehen, Schwätzchen halten, jemand anderen draufgucken lassen, ...

Weiss ich ja eigentlich schon lange, nur habe ich da immer nur ans Programmieren gedacht. Tsssss. An das, was man vor der Nase hat, denkt man immer zuletzt.

Etagenwechsel

Jedes Jahr im Frühjahr habe ich zwei Wochen lang Heuschnupfen. Nichts Schlimmes, ich brauche halt meine Taschentücher. Das ist nun wirklich harmlos.
Harmlos bleibt es aber nicht. Dieses Jahr ist es zum Etagenwechsel gekommen, wie mir ein Allergielexikon sagt. Die Allergie hat auf die Bronchien geschlagen, und das wiederum kann laut Lexikon zu allergischem Asthma führen.
Also, das brauche ich nun wirklich nicht. Fortan darf ich wohl jedes Jahr was gegen meine Allergie einnehmen, obwohl sie sich eigentlich so harmlos angelassen hatte. (Es ist eigentlich weit davon entfernt, sich wie Moskitos im Körper anzufühlen.)

Donnerstag, 23. April 2009

ein Kobel

Was ist ein Kobel? Das ist das Nest eines Eichhörnchens.
Das habe ich gerade gelernt, nachdem ich die Wikipedia studiert habe. vor meinem Fenster im Baum baut nämlich gerade ein Eichhörnchen einen solchen Kobel.
Das heisst aber nicht, dass ich es nun ständig beobachten kann, denn die Eichhörnchen bauen immer mehrere, zwischen denen sie dann wechseln. (Wegen Parasiten z.B.). Ausserdem sind die in der Magnolie vor dem Haus, und da ist alles grün, der Kobel in der Astgabel auch. Da kann ich gar nichts erkennen.

Freitag, 17. April 2009

DVD-Abend

Ich komme gerade von einem DVD-Abend mit Freunden zurück. Wir haben "Der Untergang" mit Bruno Ganz angeguckt.

Huuuuuu! Schon gruselig dieser Wahnsinn damals. Ich habe vor ein paar Jahren "Die Unfähigkeit zu trauern" gelesen, so war ich doch gewappnet gegenüber der dargestellten Realitätsverleugnung.
Aber diese Realitätsverleugnung / -verweigerung gab es ja nicht nur bei den Nazis. Das gibt es allgemein bei Menschen. Was machen, wenn man das in realiter erlebt? Man kann ja froh sein, wenn man dann einfach gehen kann. Aber diese Generäle damals, die die Niederlage erkannten und akzeptieren konnten - obschon sie ja eingefleischte Nazis waren - die mussten mit diesem Irrsinn umgehen (von der Bevölkerung mal ganz abgesehen, die mussten das einfach erleiden).

In der FAZ habe ich mal über Speer gelesen, dass sie damals wie in einem Rausch gelebt haben, darin gefangen waren.
Ja, den Machtrausch haben nicht wenige, auch heutzutage. Oder die Gier danach, andern den eigenen Stempel aufzudrücken. Und alles andere ist nichts wert. (Magda Goebbels etwa empfand laut Film ein Deutschland ohne Nazismus nicht lebenswert.)

Ansonsten finde ich das einen Antikriegsfilm.

Nachtrag:
Es scheint auch typisch für diese gebrochenen Gestalten zu sein, dass, wenn jemand nicht nach ihrem Willen handelt, sie das gleich als Aktion gegen sie selbst sehen. Bei Hitler eben Verrat, und der Gedanke "wenn die Leute nur auf mich hören würden". Statt sich mal an den Realitäten zu orientieren.
Und dann noch der Gedanke, dass Mitleid nichts bringt, dass man nicht weich sein darf, dass man immer hart sein muss. So, wie das im Film gezeigt wurde, dachte ich an einen Verwandten (auch eine gespenstisch desolate Person), der immer sagt, Gutmütigkeit sei Liedrichkeit. Also dass man dadurch anderen den Raum geben würde, einen zu betrügen.

Herzensdinge

immer aktuell, nicht einfach tagesaktuell. Wer möchte, kann immer noch seinen Senf dazugeben:

- "Die fünf Sprachen der Liebe" von Gary Chapman - Was ist Euch lieber, Liebe oder Verliebtheit?
- Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit

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