Montag, 5. März 2012

typisch die 30er

Meine momentane Lektüre ist von Erika Pluhar: Spätes Tagebuch. So viel Zitierenswertes da drin, immer wieder halte ich inne und schreibe mir etwas auf. An einer Stelle musste ich schmunzeln und lachen. Das sind so typisch die 30er mit ihrer Altersphobie (S. 55)
"Diese Altersgespräche!" Vincent seufzte. "Ab Mitte dreißig dreht sich jede Unterhaltung blitzschnell um dieses Thema. Wer wie alt ist, ob die oder der so alt aussieht, oder in der letzten Zeit sehr gealtert ist, oder verliebt sein muß, weil plötzlich so verjüngt, unerschöfplich kreisen Gedanken und Gespräche um dieses Thema."
Erika Pluhar hat so recht, was sie diesen Vincent sagen lässt. Mit 30 fangen die Leutchen auf einmal an festzustellen, dass die Kindheit nicht ewig währt und betrauern ihr angeblich hohes Alter jeden Tag mit irgendwelchen Ritualen, vornehmlich in Gemeinschaft. Und man hat ihnen gefälligst beizupflichten, denn schliesslich ist das die Weisheit, die sie da gerade verbreiten! Schluchz, schluchz.

Nicht alle sind so, höre ich meine Kommentatoren schon einwenden, sie selbst seien die besten Gegenbeispiele. Stimmt schon, ändert nichts daran, dass das Phänomen echt auffallend ist.

Freitag, 24. Februar 2012

Isabel is(s)t mutig

Isabel is(s)t mutig. Puh, frittierter Marsriegel! Gibt's in Schottland und sie hat es (todes)mutig probiert. Hier ihr Bericht, mit Bildern: Andere Länder, andere Fritten

Tja, ich würde sagen, wer ein echter Schottland-Freak ist, für den ist das ein Muss! (Hab's gleich mal an einen Freund weitergeleitet, der Schottland sehr mag. Aber das hat er verpasst. Muss er nachholen.)

Ich mag aus Schottland mehr das Musikalische, nicht das Kulinärrische: Amy Macdonald (Auf der Website fängt gleich die Musi an, wenn man sie aufruft. Das ist im Moment meine Lieblingsmusik.)

Dienstag, 21. Februar 2012

Rock Super Stars

Weiter geht's mit meiner Lektüre des Essaybandes "Glaube, Liebe, Hoffnung - Religion und Spiritualität in unserer Gesellschaft" der Büchergilde Gutenberg, herausgegeben von Mario Früh.

Diesmal ist es der Essay "Das weit geschnittene Dekolletee der Seelenbrust" von Michaela Schröder, der mich gefangennimmt.
Sie setzt sich mit der - meist in den Medien - zur Schau gestellten Religiosität auseinander. Auf S. 175 schreibt sie:
Wenn man so will, finden sich in den aggressiven Zurschaustellungen der Religionszugehörigkeit die Leitbilder einer von Individualismus und Unterhaltungsindustrie gekennzeichneten Gesellschaft pointiert wieder - und zwar gerade auch in jenen Zirkeln, die dieser Kultur am entferntesten zu stehen scheinen.
"They wanna be rock super stars," meinte ein Freund und intimer Kenner unserer gemeinsamen alten Gemeinde zu mir. Tja, er hat's voll getroffen. Oder was soll ich schon dazu sagen, wenn der leitende Pastor von der Kanzel herunter verkündet, dass der Sex nur in die Ehe gehöre, und dass der (sein) Sex mit der (seiner) langjährigen Ehefrau immer besser werde?

Michaela Schröder meint dazu treffend (S. 174):
Wenn man es so ausdrücken möchte, hat diese Form des öffentlichen Religionsbekenntnisses die gleiche Wirkung wie das weit ausgeschnittene Dekolletee einer Frau: Es wird die als wohlgeformt empfundene Seelenbrust weitreichend zur öffentlichen Betrachtung entblösst.
So gesehen ist so mancher angeblich tief religiöse Mensch einfach nur obszön in seinem religiösen Exhibitionismus und ein Möchtegern.

Montag, 20. Februar 2012

Reifeprozesse

Eva Schönherr schreibt in ihrem Beitrag "Das Juwel im Gewand" zum Essayband "Glaube, Liebe, Hoffnung - Religion und Spiritualität in unserer Gesellschaft", erschienen bei der Büchergilde Gutenberg, herausgegeben von Mario Früh, auf S. 158:
"Wer bin ich, was bin ich, wie weit bin ich" wird definiert über "was habe ich" oder "was will ich haben" oder gar "woher kann ich haben, ohne mich dafür zu bemühen". Kaum jemand erklärt seinem Gegenüber, welche Reifeprozesse er bisher in seinem Leben gemacht hat oder welche Entwicklungsprozesse er in der Zukunft vorhat. Das liegt nicht im Trend der Zeit.
Ich lass das jetzt mal so stehen. Ich denke, jeder wird einige Beispiele aus unserer Gesellschaft vor Augen haben. Und wie sehr er/sie sich schon darüber geärgert oder sich dran gestossen hat.

In mir hat diese Aussage einiges ausgelöst. Und wieder mal habe ich mir gesagt, dass ich so nicht leben will. Gier macht unglücklich, höhlt aus. Nicht mit mir.

Sonntag, 19. Februar 2012

kein Verständnis, kein Puffer mehr

Komme von einem schönen Nachmittag mit Freunden zurück. Habe es genossen, die zum Teil schon Jahre bestehenden Freundschaften. Man kennt sich, bereichert sich gegenseitig, baut sich gegenseitig auf, informiert einander. Und so weiter.

So normal.

Meine Freunde können das.

Mein ganzes Leben war voller Unruhe, voller Katastrophenmenschen. Klar, wenn man einen solchen Spezi in der Familie hat, dann hat man diesbezüglich ausgesorgt.

Wenn man einen solchen Spezi in der Familie hat, denkt man, das was man mit und rund um ihn erlebt, das sei eine Ausnahme. Ich denke dabei vor allem daran, wie so ein Spezi es schafft, das Umfeld aufzurühren und aufzustacheln. Nicht gegen sich, wie es wohl besser sein sollte, der Gerechtigkeit halber. Nein, gegen andere. Wie so ein Spezi andere seine Kriege führen lässt. Eigentlich Unbeteiligte.

Tja, und dann lebt man und lebt man, die Lebenserfahrung mehrt sich. Und man stellt fest, es gibt noch mehr solche Spezis. Die (mindestens) genauso aufrühren können. Auf die mindestens genauso viele Leute "reinfallen". Ich setz das mal in Anführungszeichen. Denn wegen nichts fallen Leute da nicht rein. Unhinterfragt noch dazu. Das ist wie Schloss und Schlüssel.

Wie sich Leute aufhetzen und aufrühren lassen. Ohne jegliche Vorsicht, Rücksicht. Ohne jegliche "Vernunft". Wie sie losgehen auf andere. Und anklagen. Ohne jede Sachkenntnis.
Der emotionale Aufruhr scheint ihnen zu gefallen. Scheint ein Loch in ihnen zu füllen, ihnen Wichtigkeit zu geben. Und ein Überlegenheitsgefühl.

Bei einem Beispiel weiss ich, dass eine solch aufgerührte Person eine Rechtsanwältin ist. Den Klamotten nach scheint sie gut zu verdienen. Sie ist auch kein Jungspund mehr. Die 40 auf jeden Fall hinter sich. Wenn nicht gar um die 50.
Sie sollte es doch wirklich besser wissen. Jahrelange Übung in Streitigkeitsfällen. Jahrelange Übung in Gesetzesdingen, in Rechtsstaatlichkeit.
Was sie nicht daran hindert, alle diese Erfahrung, alle rechtsstaatlichen Grundsätze im Privaten ausser acht zu lassen. Und anzuklagen. Ohne den Versuch, Abstand zu gewinnen. Ruhe einkehren zu lassen. Probleme als Arbeit zu betrachten. In aller Ruhe mal mit mir zu reden.

Es gibt auch andere Leute. Da bin ich sehr froh drum. So eine Wohltat. Es sind einfach die Aufgerührten und ihrerseits Aufrührenden, die auffallen.

Früher habe ich recht diplomatisch mit ihnen geredet. Mittlerweile mach ich das nicht mehr. Zu viel Arbeit. Momentan lasse ich sie in ihrem Sumpf versumpfen (ich bin einfach keine laute Person und ziemlich moderat).
Aber langsam, ganz langsam, werde ich offensiver. Ich weiss nicht, wo es hinführen wird, aber für derlei Verantwortungslosigkeit und Schmarotzertum - und Schmarotzertum ist es, da meines Erachtens da eigene, drängende Probleme auf eine andere Ebene gehoben werden, wo sie nicht hingehören - geht mir immer mehr das Verständnis und der Puffer aus. Wie Marina Weisband in ihrem Artikel Das Dilemma des offenen Politikers konstatiert:
Ist es also das? Steht der Politiker wirklich in dem Dilemma, nahbar, aber handlungsunfähig und psychisch belastet zu sein, oder aber produktiv, dafür unnahbar und kühl? Ist das eines der großen Probleme von flachen Hierarchien, Mitbestimmung? Bilden wir uns nur ein, dass es funktionieren könnte?

Ich bemerke, dass ich außerstande bin, etwas dagegen zu tun. Denn ich glaube, das Problem liegt darin, dass vielen nicht klar ist, dass ihre Äußerungen gelesen werden, und zwar von einem Menschen, und zwar von einem mit Gefühlen. Die meisten wissen es zwar, aber sie denken nicht weiter darüber nach. Sie sind neidisch, oder unzufrieden und sie machen ihren Emotionen Raum. Es sind möglicherweise sogar dieselben Menschen, die immer schimpfen: “Die da oben hören doch eh nicht auf uns”. Gleichzeitig sorgen sie aber selbst dafür, dass das so bleibt. Welcher Politiker würde schon auf jemanden hören, der ihn nur beleidigt?

Nun bin ich kein Politiker. Aber dazu wird man auf eine gewisse Art, wenn einen so ein (schwer) pathologischer Spezl ins Auge gefasst hat. Wobei mit dem Spezl an sich sogar - zumindest für mich - leichter umzugehen ist - zum Teil sogar erheblich leichter - als mit den selbsternannten, (hoch)emotionalen Kämpfern für "Gerechtigkeit".

Was auch noch eine hocheffiziente Möglichkeit ist, zu der v.a. meine Mutter gegriffen hat, die ich aber auch beherrsche, wenn ich die Mittel habe (siehe Blinddateclub in meinem alten Orchester), ist, die Menschen persönlich zu brüskieren. Da darf man sich überhaupt nichts bei denken. Denn die heiligen Krieger gehen für ihren Spezl durchs Feuer. Sie sind schliesslich diejenigen, die für Ordnung und Gerechtigkeit sorgen. Da ist jedes Mittel recht.

Früher dachte ich immer, man müsse die Leute auffangen. Das ist Naivität. Heute denke ich, sie müssen leiden. Nur so lernen sie.

Eine Freundin sagte mal vor etlichen Jahren, sie habe den lieben, langen Tag so viel vor ihrer Haustür zu kehren (bildlich gesprochen), sie wisse nicht, was sie vor anderer Leute Haustür zu suchen habe.
Das ist weise. Und barmherzig. Und sozial kompetent. Eine Wohltat, zu hören.

Glaubt mir: Hitler ist jederzeit wieder möglich. Jederzeit.

Samstag, 18. Februar 2012

Wortklauber 4

Den letzten Wortklauber habe ich vergessen. Den wollte ich eigentlich letzten Montag ausrufen. Irgendwie ist der untergegangen.
Denn gemeldet hat sich auch keiner auf die Krawallbrause. Krawallbrause ist ein anderes Wort für Bier. Wusste ich auch nicht. Aber ich habe mir ein Spiel beschafft bei der Büchergilde, ein Memory mit alten/selten gebrauchten Wörtern. Auf dem einen Kärtchen steht der Begriff, auf dem anderen Kärtchen hat sich eine Graphikerin dazu passend ausgetobt.
Da kommt auch der nächste Begriff her, passend zum Karneval, Funkenmariechen (das ist schon ein Hinweis) und so:
Hupfdohle
Ist das für jemanden eine Inspiration, die Hupfdohle? Bild-, Ton- oder Textdatei und hier in den Kommentaren verlinken.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Rema-Wort und so'n Zeug

Vor vielen Jahren bin ich auf den Begriff "Rema-Wort" gestossen. Ein Rema-Wort ist ein Wort aus der Bibel, das uns zum Nachdenken, Meditieren und so bringt, wenn wir es in der Bibel lesen.

Im Moment nun lese ich das Buch von Anselm Grün und Wunibald Müller Was ist die Seele? (bei Klick auf den Link kann man ein bisschen in dem Buch blättern.)
Da sagt Anselm Grün auf S. 50
Und beim Lesen komme ich in Berührung mit meiner Seele. Da sprechen mich Worte an und dringen in meine Seele. Die Worte bringen mich in Berührung mit eigenen Erfahrungen oder aber mit Stimmungen meiner Seele. So spüre ich beim Lesen meine Seele und bin dankbar für sie.
Mir kommt das so lächerlich vor, extra diesen Terminus "Rema-Wort" zu kreieren, für einen ganz normalen Vorgang. So ziemlich jeder Text kann uns auf diese Art und Weise ansprechen. Der eine mehr, der andere weniger. Und wenn er uns ganz besonders anspricht, dann nennt man das die "Bibel" einer Person, im übertragenen Sinne.

Ich stolpere immer wieder über irgendwelche solche Termini in der, sage ich jetzt mal, christlichen Szene. Mir unverständliches Zeug, das ich nicht hinterfrage, sondern beim Sprecher lasse. Manchmal schlage ich was nach, so wie dieses Rema-Wort (habe ich vor ein paar Jahren nachgeschlagen, deswegen habe ich die Quelle nicht mehr), aber meistens lasse ich es an mir vorbeiziehen.

Ach ja, und dieses Rema-Wort bedeutet dann v.a., dass da Gott zu einem ganz persönlich spricht. (Mit diesen komischen Termini wird oft das Göttliche betont.)

Der Ausdruck, dass da meine Seele angesprochen wird, der gefällt mir besser. Das hört sich gelassener an, nicht so absolut.

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Herzensdinge

Hier stand mal was zu Liebe und Verliebtheit. Jetzt hat es sich doch überlebt.

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Und hier noch meine Buchliste, was man mir so bei Amazon und Co kaufen kann.

*-*-*-*-*-*-*-*-*

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