Ich blogge in zwei Blogs, und merke nun den Unterschied im Blogstil anhand vom Artikel über diese Oper "Florencia en el Amazonas". Erst dachte ich, das sei doch eine gute Sache, die man in den KurpfalzNotizen bloggen könnte. Dann war's mir zu blöd, weil ich mich irgendwie wie der rasende Reporter gefühlt habe, ständig im Dienst. Das muß nicht sein.
Ich wollte es dann also gar nicht bloggen, aber diese Werkeinführung hatte mich dann doch gereizt, und habe es hier untergebracht. Dann hat es mir leid getan. Wäre schon schön gewesen, wenn es bei den Kurpfalznotizen auch gestanden hätte. Was nun machen? Doppelpostings find ich ja eigentlich blöd, also habe ich mich erstmal mit den anderen ausgetauscht, und den Artikel dann doch - mit ein paar Zusätzen - in das Regioblog getan.
Ich weiß nicht, ob ich ihn noch hätte gründlich redigieren sollen, denn hier, in meinem "Wohnzimmer-Blog" schreibe ich doch nachlässiger. Mehr so, wie es mir in den Sinn kommt. Beim Regioblog bin ich strenger mir gegenüber (da recherchiere ich auch mehr). Ich hab's jetzt mal gelassen, wie es ist - muß nicht jedes Posting ein Spitzen-Posting sein. Aber der Unterschied im Bloggen, der ist mir jetzt klar.
Violine - abgelegt unter
Blog - 1. Mai, 18:59
Bei Tee Gschwendner gibt es den
Wilde Hühner Banden-Tee! Natürlich sind Rosenblätter drin, wegen Oma Slättberg.
Becher, Tassen und Teekannen für Wilde Hühner haben sie auch, aber nur in limitierter Auflage. Wie es aussieht, ist das Design nach dem bisher letzten Buch inspiriert (Die Wilden Hühner und die Liebe). Hühner sind drauf und lauter rote Herzen (alles auf weißem Grund). Find ich nicht so ganz authentisch. Wenn die heimlich bei Oma Slättberg Tee trinken, dann ist das bestimmt weißes Geschirr mit Goldrand. Und im Wohnwagen? Was weiß ich. Flohmarktartikel vielleicht. Oder halt! Hat nicht Frieda ihr Geschirr gestiftet? Dann also was Modernes aus irgendeinem Teeladen!
Fehlt jetzt noch, daß
Oma Slättbergs Kekse kommerziell vertrieben werden und
Friedas Waffeln. (Das Hühnerfederkettchen hab ich schon irgendwo gesehen, ich glaube sogar wahlweise in der Melanie-Version mit Silberkettchen statt Lederband.)
Violine - abgelegt unter
Literatur - 1. Mai, 10:27
Im Naturwarenladen neben an habe ich gerade die Auslage betrachtet. Neben dem Naturerzeugnissen, die sie verkaufen, haben sie auch immer wieder Esoterisches zu verkaufen. Elfen kann man zum Beispiel erstehen. Und irgendwelche Amulette.
Was aber machen Schutzengel da drin? Sie werden auf der Packung als magische Talismane bezeichnet. Das ist nun völliger Humbug. So ein bißchen Christentum? Ein bißchen was, das kann man schon brauchen? Sollen damit die erklärten Hexen bekehrt werden, oder was?
Violine - abgelegt unter
Glaube - 30. Apr, 14:53
Meine Pflanzen auf dem Balkon - obwohl sie als winterhart angegeben waren - haben's wohl nicht über den Winter geschafft. Tja, leider verloren.
Ich werde wohl - wenn es wieder etwas wärmer ist - Kornblumen oder so aussäen. Blaue (es gibt sie auch in anderen Farben, aber die mag ich nicht). Das sieht dann hoffentlich gut aus. Die leeren Pflanzenkübel ertrage ich nicht.
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Kraut und Rüben - 29. Apr, 17:19
Diese Oper hat morgen in Heidelberg am Theater Premiere, sogar Europapremiere.
Heute war die Werkeinführung dazu, im Hilde-Domin-Saal der Stadtbücherei. Der Komponist, Daniel Catán (Mexikaner, heute lebt er in Los Angelos) hielt den Vortrag selbst. Auf Englisch.
Zunächst erzählte er, wie sehr er sich freue, daß diese Premiere ausgerechnet in Deutschland stattfinde. Für meine Begriffe hat er es nicht hinreichend erklärt, aber angeblich gibt es starke Verbindungen zwischen Deutschland und Latein-Amerika, das sei schon Tradition. Er hat z.B. Albrecht Dürer erwähnt, der von den Azteken-Sachen, die die Abenteurer (?), Eroberer (?), Forscher (?) damals mitbrachten, hellauf begeistert war.
Die Beispiele, die er ansonsten brachte, zeigten mir - nach meinem Verständnis - mehr die europäisch-lateinamerikanische Tradition auf. Daß diese Menschen dort in zwei Welten aufwachsen. Eigentlich entwurzelte Menschen, Menschen ohne Identität. Manaus am Amazonas (der Ort, zu dem die Sängerin Florencia auf dem Amazonas zuschippert, um dort zu singen) sei für einen Mexikaner genauso exotisch wie für einen Europäer, denn die Mexikaner würden mit den Augen der Europäer sehen.
In seiner Oper geht es um Gefühle, im Gegensatz zur sonstigen modernen Produktion, in der rationalisiert werde, intellektuelle Betrachtungen angestellt würden. "Newspaper Theatre" nenne er das.
Florencia schipperte als 20jährige eine Woche lang den Amazonas hinauf und traf dabei ihre große Liebe, Cristóbal. Sie trennten sich wieder. Sie machte eine große Karriere als Sängerin, er suchte im Urwald nach einem bestimmten Schmetterling.
Florencia hat ihm versprochen, zurückzukommen. Das macht sie 20 Jahre später, mit 40 Jahren. Sie bekommt ein Engagement im unbedeutenden Manaus, schlägt dafür Engagements wie etwa an der Mailänder Scala aus. Sie möchte ihren Cristóbal wiedersehen.
Auf der Fahrt mit dem Schiff wird sie mit sich selbst konfrontiert. Es sind noch weitere Paare (wenn man sie und den nicht anwesenden Cristóbal als Paar rechnet) dort. Der Neffe des Schiffeigners und eine junge Journalistin (die auf dem Weg nach Manaus ist, um dort Florencia zu interviewen). Die beiden lernen sich kennen und lieben, wollen aber - wie früher Florencia und Cristóbal - nicht zusammenkommen. Dieses Paar hat nun - als abschreckendes Beispiel oder Mahnung - ein älteres Paar vor der Nase, das diese Schiffsreise unternimmt, um die Ehe zu kitten. Sie zanken sich natürlich dauernd.
Es gibt natürlich laufend Verwicklungen, wie etwa einen großen Sturm in der Mitte der Oper. Oder der Schiffer selbst erkennt Florencia, sagt aber nichts. Sie wiederum fragt ihn nach Cristóbal aus. Der sei seit 10 Jahren im Urwald verschwunden, man wisse nichts von ihm. Das stürzt Florencia in Ängste, zu lange gewartet zu haben.
Und so weiter.
Fürs Libretto hat Catán mit Gabriel Garcia Marquez zusammen gearbeitet, nahm für die Oper einige Charaktere aus dem Buch "Die Liebe in den Zeiten der Cholera". Er hat nicht das ganze Buch genommen, nur einige Charaktere, weil es für eine Oper zu dick ist. Die dünnen Bücher von Marquez wiederum haben zu wenig Handlung für eine Oper, also hat er sich überall was geklaut.
Marquez hat mit ihm gearbeitet und die Oper gefällt ihm - laut Aussage Catáns - sehr gut.
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Musik - 28. Apr, 21:37
stand gestern auf einem Schild an einer Bäckerei. "zum Mitnehmen" und nicht etwa diese gräßliche Verballhornung "to go" oder in richtigem Englisch "take away".
Es las sich angenehm, völlig unaufgeregt. Ich denke, wenn die Spannung der Verfremdung fehlt, kann man sich besser auf den Kaffee, oder was immer man mitnehmen will, konzentrieren, ihn besser genießen.
Ich muß zugeben, diese Anglizismen sind mir immer mehr ein Dorn im Auge. So ist es mir eine Wohltat, auf Deutsch "zum Mitnehmen" zu lesen.
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Heidelberg - 27. Apr, 17:30
... hätte ich meinen Foto dabei gehabt. Aber wie üblich leider nicht, ich bin das nicht gewöhnt.
Das schöne Bild habe ich gestern im Hof vom Schmitthennerhaus gesehen. Und da ich es gestern verpaßt habe, werde ich es auch heute oder morgen nicht mehr nachholen können, da es regnet und die Magnolie verblüht.
Im Hof vom Schmitthennerhaus steht eine Magnolie - noch blühend, aber schon einigermaßen verblühend. Darunter stehen im rechten Winkel zwei Bänke und ein rechteckiger Tisch. Auf einem der Bänke saß gestern Tobias lesend (nichts Romantisches, sondern was über ADS). Da die Magnolie so im Stadium zwischen Blühen und Verblühen ist, hatte der Baum noch einen Teil seiner Blütenpracht, der Rest der Blütenpracht war schon großzügig auf dem Tisch und drumherum verteilt, ein Blütenblättermeer.
Sehr romantisch. Auf dem Foto hätte man auch nicht erkennen können, was der Tobias las.
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Heidelberg - 27. Apr, 13:50
In Seckenheim - das ist zwischen MA und HD gelegen - gab es heute schon auf der Straßenbahnstrecke (die Straßenbahn heißt dort OEG=Oberrheinische Eisenbahngesellschaft) einen Unfall. Die ganze Straße war blockiert, denn erstens ist es die Hauptverkehrsstraße, zweitens parken da lauter Autos und drittens muß die OEG da auch noch durch, in beiden Richtungen.
Die Polizei hat alles aufgenommen und pipapo, wir Fahrgäste warteten.
Es war vor einer Kreuzung passiert. War also nicht so leicht, die frei zu halten.
Bei dem ganzen Gewarte und dem Verkehrsstau wollte ein Madämchen in ihrem Cabrio auf die Hauptstraße einbiegen. Und hatte wider Erwarten Vorfahrt, weil eben dieser Unfall war und man da etwas anders fahren mußte.
Das hatte sie kalt erwischt. Bevor sie einbog - ganz richtig, die anderen Verkehrsteilnehmer mußten auf Madämchen warten - legte sie den Gurt an. Aber damit war sie noch nicht fertig, nein. Sie griff sich ins lange (blonde) Haar, drehte und zwirbelte es zu einem Zopf. Sah aus, als wolle sie sich in aller Gemütsruhe frisieren. Sie bückte sich zum Sitz runter und holte was raus. Oh nein, dachte ich, wahrscheinlich Frisierutensilien. Aber nein, es war eine geblümte Schildmütze, um das Haar zu bändigen. Sie war auch so gnädig, das Haar nicht unter die Mütze zu stopfen, sondern setzte das Käppi auf und fuhr endlich los.
Violine - abgelegt unter
Leben - 24. Apr, 15:13
Das scheinen so die Bedingungen zu sein, an denen sich die Geister scheiden. Auf der Neckarwiese zu beobachten.
An einem braunen Nackedei im Bikini geht ein Mensch im warmen Mantel (bis obenhin zugeknöpft) vorbei.
Ja, was nun? Dieses Wetter läßt anscheinend alle Optionen offen. Die Verfroreren können sich weiter einreden, es sei zu kalt und immer noch Winter, die Unentwegten haben den Sommer eingeläutet. Wobei ich mich frage, was erstere im Winter anziehen (Eskimokleidung vielleicht) und letztere im Hochsommer.
Die Dame im Bikini hat sich nach dem Sonnenbaden einen warmen Pullover angezogen und lange Hosen (Schönheit leidet).
Violine - abgelegt unter
Heidelberg - 23. Apr, 17:13