Samstag, 11. Februar 2006

Leibwächter

Leibwächter kennt man allgemein für Promis. In Spanien gibt es das nicht nur für Promis, sondern auch für geschiedene Frauen, die Gewalt von ihrem Ex zu befürchten haben. Die Polizei kommt nicht mehr mit dem Schutz hinterher, also haben einige Frauen (die wenigsten) private Leibwächter.
Finde ich stark für so ein männerbetontes Land.

Freitag, 10. Februar 2006

Rente mit 67

Es geistert wieder durch's Parlament und damit auch durch die Medien: Die Rente mit 67.
Wobei mir nicht klar ist, was die Befürworter eigentlich im Kopf haben. Menschen oder Machinen? Aber selbst Maschinen sind irgendwann erschöpft. Wie sieht es dann erst mit Menschen aus? Wenn es Zeit ist, aufzuhören, dann ist es Zeit, und man merkt ihnen das deutlich an. Auch Technokraten-Hirne können die Natur nicht verhindern.
Ich hoffe, die Rente mit 67 wird noch verändert bzw. verhindert.

Freitag, 3. Februar 2006

Söhne und Töchter der Stadt

Beim Recherchieren über Margarete Steiff hab ich mir auch den Wikipedia-Eintrag zu Giengen angeguckt. Da steht Erstaunliches drin, und zwar unter Söhne und Töchter der Stadt. Unter ganz honorigen Leuten steht da einer (mit Verlinkung) der muß so braun gewesen sein, brauner ging's nicht! Oh Mann, davon wußte ich noch gar nichts. (Irgendwann muß ich mal nachfragen, denn der Nachnahme kommt mir schon bekannt vor. Ein Stadtrat hieß so - aber mit anderem Vornamen.) Das sind ja Dinge!
Ich konnte davon nichts wissen, denn in meiner Familie - der Teil der Familie, der aus der Gegend stammt - sind die Sachen aus dieser Zeit nicht so sehr erzählt worden. Wobei man das meiner Oma nicht verdenken kann, sie war Kriegerwitwe. Sie wollte bestimmt nichts mehr hören und sehen, sie hatte genug mit dem Leben zu kämpfen.
Meine Mutter hat mir erzählt, daß sich nach Kriegsende zu Zeiten der Entnazifizierung etliche umgebracht hätten (mit der Pistole). Von diesem Vorzeigenazi hat sie mir nichts erzählt. Wahrscheinlich wußte sie es nicht.

Steiff Erlebniswelt

So heißt das Museum, das vor einem halben Jahr von Steiff neu eröffnet wurde.
Das Museum an sich gab es schon lange, mit verschiedenen aufgebauten Szenerien, wie man es auch z.B. aus dem Schaufenster vom Kaufhof in MA in der Weihnachtszeit kennt.

Das neue Museum nun ist hochprofessionell und einen Besuch wert. Im Erdgeschoß ist der firmeneigene Verkaufsraum und ein Bistro. Und der Eingang zum Museum. Es ist immer ein geführter Museumsbesuch, wobei der Führer eigentlich gar nichts sagt, er führt nur die Besucher von einem Erlebnisort zum nächsten.
Am ersten Ort ertönt die Stimme von Margarete Steiff (nicht auf schwäbisch, keine Sorge) und erzählt aus ihrem Leben. Die Zuschauer sitzen (nach hinten immer weiter erhöhten) Bänken, lauschen ihrer Stimme, schauen in ihre Stube und passend zum Text bewegt sich mal die Nähmische mal sonst etwas in Margaretes Raum.
Hochprofessionell gemacht, für manches kleine Kind wohl auch nicht gerade geeignet, weil ein Kind nicht realisiert, daß da keine Gespenster am Werk sind.
Nach dieser Vorstellung geht es in den Nebenraum. Ein Bär erzählt. Genau, es geht um Richard Steiff mit seinen Verdiensten um den Teddy-Bären. Auch hier wieder allerlei Bewegtes, zeitgenau abgestimmt.
Die Geschichte ist vorbei, man fährt - ohne den halboffenen Raum zu verlassen - zwei Stockwerke hoch in die Lüfte, in die Wolken. In den Wolken trifft man den Teddy Knopf und die Puppe Frieda und man tritt mit ihnen eine Abenteurreise durch die Steiff-Welt an. Die verlorenen 3000 Teddy-Bären müssen gefunden werden. Im Wasser, am Polarkreis, auf der ganzen Welt.
Nach überstandenem Abenteuer und damit großer Sightseeingtour verläßt man den geführten Bereich und kann sich auf zwei Stockwerken selbst im Museum umtun.
Im zweiten Stock ist eine Szenerie aufgebaut, wie man sie schon lange von Steiff kennt. Ich glaube, diese Szenerien wechseln auch von Zeit zu Zeit. Im Stockwerk drunter sind viele, viele, viele Schaustücke mit Erklärungen, es gibt einen eigenen Raum, in dem man beispielhaft die Fertigung begucken kann. Da sitzen echte Leute, mit denen man auch reden kann.
Als Abschluß gibt es eine Fotostation mit der Möglichkeit, ein Erinnerungsfoto mitzunehmen.

Die Deutschen verstehen

lernt man mit meiner momentanen Lektüre, dem Klassiker von Alexander und Margarete Mitscherlich, "Die Unfähigkeit zu trauern". Deutschland ist ein traumatisiertes Land, auch wenn es jetzt besser wird, nach all den Jahren und Generationen.
Ich bin erst beim ersten Lesen, noch nichtmal in der Mitte angelangt, also kann ich noch nicht allzuviel sagen.
Es ist sehr treffend geschrieben, wenn auch das Psychologische nichts für jeden ist (Freud kapier ich nicht, dafür aber die Beispiele).
Nach der Lektüre werde ich Politik anders wahrnehmen, Zeitung anders lesen, Konflikte aus einem anderen Blickwinkel sehen.
Ein sehr empfehlenswertes Buch.

Montag, 30. Januar 2006

Klowände anders betrachtet

Im Vorwort zu "Die Unfähigkeit zu trauern" steht was zur Demokratiefähigkeit (demokratische Gedankenfreiheit) unseres Staates, die wohl in wirtschaftlich schlechteren Zeiten auf dem Prüfstand steht. Zitat:Gibt es neben unserem Streben nach Reichtum auch ein neuerdings erwachtes nach Freiheit? Mehrt oder mindert sich die Toleranz, abweichende Meinungen - auch solche, die uns ärgern - zu ertragen und zu achten?Tss, tss, ich denke, Bloghausen kann dieser Tage was das betrifft als Studienobjekt herhalten. Klowände, Schwanzvergleich, Top-100-Listen, Vetterleswirtschaft (gewisse Kreise verlinken gehäuft untereinander um sich gegenseitig zu puschen), uniforme Themen (worüber der eine schwafelt, schwafelt der andere auch, ob das nun Klowände sind oder sonstwas), ...
Wo bleibt da die demokratische Gedankenfreiheit?

Lesestoff

Wie man an der Sidebar seht, lese ich gerade das berühmte Buch "Die Unfähigkeit zu trauern". Ich hab's günstig im Antiquariat erstanden.
Das Buch ist interessant, und zwar sehr. Ich lese es unter dem Aspekt "die kleinen Tyrannen", also die in Familie, Freundeskreis etc. Da deckt sich vieles.
Gleich auf den ersten Seiten geht es los. Klar, am Beispiel des verlorenen Krieges. In der Nachkriegszeit wurde dieser Krieg anscheinend sehr verharmlost.
Trifft das aber nicht auch auf sonstige Gewalttäter zu? Dieses weitreichende Verleugnen? Zitat:Vielmehr will man die Sieger auf Grund ihrer eigenen moralischen und politischen Maßstäbe zwingen, die Konsequenzen der Naziverbrechen so zu handhaben, als ob es sich um einen belanglosen kriegerischen Konflikt gehandelt hätteIch denke, Mißbrauchs- und Vergewaltigungsopfer werden oft mit diesem Schema konfrontiert. Nach dem Motto, war doch "nur ein Flirt", "wir zwei verstehen uns schon" und was auch immer, wie etwa Leugnen der psychischen Gewalt oder der Häufigkeit der Übergriffe. Oft muß man den Tätern alles aus der Nase ziehen, indem man ihnen unwiderlegbare Beweise für ihre Taten vorsetzt. Selbst dann noch wird geleugnet. Nicht nur vom Täter, auch vom Umfeld. Ganz klassisch die Mütter, die ihren mißbrauchten Kindern einfach nicht glauben können (und sie dadurch nochmals traumatisieren).

Sonntag, 29. Januar 2006

Verfallsdatum

Kai macht sich im Moment Gedanken darüber, wie oft ein Blogger bloggen sollte.
Er führt aus, daß ein Herr Nielsen (auch wenn das hier so aussieht, das ist nicht irgendwer) der Meinung ist, daß jeder Blogger seinen eigenen regelmäßigen Zeitplan - egal ob täglich (manche stündlich), wöchentlich oder monatlich - einhalten sollte.
In Zeiten von Feedreadern, da juckt die Blogfrequenz nicht mehr so, der Feedreader holt es ja.
Worum ich mir eher Gedanken machen würde - wenn schon - dann um die Halbwertszeit meiner Artikel.
Kais Artikel - Kai ist ein Spärlich-Blogger - bleiben eine Weile bestehen, sodaß man genug Zeit hat, sich um's Thema Gedanken zu machen und ihm als Kommentar im Blog zu hinterlassen (was mich in aller Regel nicht von Spontankommentaren abhält). Seine Artikel haben also eine recht lange Halbwertszeit, bevor sie im Archiv verschwinden.
Wie ist das nun mit den HF-Bloggern (HF=Hochfrequenz)? Da kann sich nichts setzen, nach einer Woche ist der, möglicherweise hochinteressante, Artikel im Nirvana des Archivs verrschwunden. Ex und hopp? Lohnt es sich, dafür zu bloggen? Um schnell in Vergessenheit zu geraten? Die News-Junkies mögen es wahrscheinlich - es gibt dauernd was Neues, z.T. haben die HF-Blogger auch einen langen Rattenschwanz an Kommentaren. Es ändert nichts, es ist Fast Food.
Mir tut es manchmal regelrecht leid, was Neues zu posten, weil dann die alten, guten Sachen in den Keller rutschen. Wie z.B. durch dieses Posting mein voriger Artikel über Florence Foster Jenkins. Es war ein Vergnügen, sie kennenzulernen und das weiterzugeben. Und das soll in Vergessenheit geraten?
Hm, hm, vielleicht sollte man Blog besser umtaufen. In Flohmarkt. Oder so. Flohlog. Webfloh. Webanth (von Anthologie). Damit die Einladung zum Kramen und zur Schatzsuche gleich klar wird. Laß mal so ein Blog ein paar Jahre alt sein, je nach Ausrichtung des Blogs ist dann die (Tages-)Aktualität egal. Man geht auf Schatzsuche im Archiv und findet so manches Schmuckstück. Und die "Ich-niese-also-bin-Ich"-Blogs sind dann wertlos, weil mottenzerfressen.

Freitag, 27. Januar 2006

Stars und Sternchen anno dunnemals

Damit können Tokiohotel, und wie sie alle heißen, nicht mithalten: Florence Foster Jenkins Soeben im Radio gehört mit der Arie der Königin der Nacht "Der Hölle Rache".
Sie kann nicht singen, macht aber aus null Talent eine Show. (Nachzulesen unter obigem Link.) Sie war Kult. Was anderes läßt sich daraus auch nicht machen - es sei denn, milde zu lächeln. Sie konnte erst mit dem Singen loslegen, als ihr Vater gestorben war (dem Mann war wahrscheinlich klar, daß sie nicht nur keine Stimme, sondern auch keine Ahnung (keinen Zugang zu) von Musik hatte). Gab jedes Jahr ein Konzert, zu dem man nur sehr schwer Karten bekam (eben Kult).
Eine von den extravaganten Ladys, wie sie auch in den Krimis von Charlotte MacLeod um Sarah Kelling und Max Bittersohn (z. B. Der Spiegel aus Bilbao) zu finden sind. Eine Sängerin, die nichts kann, außer sich selbst darzustellen (dreimal umziehen während eines Konzerts, das sowieso nur einmal im Jahr stattfindet), das hört sich sehr nach einer dieser Romanfiguren (v.a. nach Sarah Kellings Schwiegermutter aus erster Ehe in Die Familiengruft, auch so eine, die sich zu einer Heldin in einem Roman hochstilisieren muß) an.
Florence suchte sich immer Koloratur-Arien aus. Hört mal rein. Wenn der begleitende Pianist alleine spielt, dann spielt er das in flottem Tempo, setzt sie ein, dann ist er ganz Gentleman ;-)
Stars und Sternchen anno dunnemals.

mein Beitrag zum Mozart-Jahr

Mein Beitrag zum Mozart-Jahr ist:
Der Hinweis auf
die Liste von Austriazismen
in der Wikipedia!

Muß man doch wissen, wie Mozart geredet hat. Oder heute reden würde, denn eine Bim (=Straßenbahn) kannte er bestimmt nicht. Ich halte ihn - ohne Mozart-Kenner zu sein - für einen Genußmenschen, wahrscheinlich hat er sich viel Schlagobers (=Schlagsahne) zu Gemüte geführt und war oft in einem Beisl (=Kneipe) zu Gast.
Gehaltsexekution (=Gehaltspfändung) dürfte bei ihm leider auch ein Stichwort gewesen sein.

Und so weiter und so fort. Leiwand!!!

Donnerstag, 26. Januar 2006

Radio-Blog

Es gibt ein neues Radio-Blog: Net-Radio
Sie möchten jeden Tag einen anderen Radiosender unserer Erde vorstellen (und drauf verlinken), sodaß man eine virtuelle Reise durch die ganze Welt antreten kann.
Im ersten Posting geht es um einen Radiosender im Libanon.

Das hört sich spannend an, ich freu mich schon auf das Wachsen des Blogs.

P.S.: Ein Manko für mich bis jetzt: Es dürfen nur Leute mit Blogger-Account kommentieren (dabei ist das eigentlich bei denen wie hier bei twoday eingerichtet, mit Captcha) und es hat sich keiner der Macher (ist einer oder mehrere) vorgestellt. Ein Impressum wär mal nicht schlecht.

Suche

 

Herzensdinge

Hier stand mal was zu Liebe und Verliebtheit. Jetzt hat es sich doch überlebt.

*-*-*-*-*-*-*-*-*

Und hier noch meine Buchliste, was man mir so bei Amazon und Co kaufen kann.

*-*-*-*-*-*-*-*-*

Follow FrauVioline on Twitter Violine auf Twitter

Aktuelle Beiträge

Gut
Gute Entscheidung!
Tors - 8. Jan, 14:09
weiterziehen
Ich bin mit meinem Blog weitergezogen, zur (hoffentlich)...
Violine - 22. Dez, 08:21
Na, ich wusste nicht,...
Na, ich wusste nicht, dass man mit seiner Domain einfach...
Violine - 12. Dez, 04:20
Interims-Blog?
Was bedeutet denn Interims-Blog? Eine andere Möglichkeit...
Tors - 11. Dez, 19:50
Interims-Blog erstellt
Ich habe soeben ein Interims-Blog erstellt: https://frauvioline.music. blog...
Violine - 20. Nov, 13:38

Archiv

Dezember 2019
November 2019
Oktober 2019
September 2019
August 2019
Juli 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
Februar 2019
Januar 2019
Dezember 2018
November 2018
Oktober 2018
August 2018
Mai 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
September 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
April 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Juni 2014
Mai 2014
April 2014
März 2014
Februar 2014
Januar 2014
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
Mai 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
September 2009
August 2009
Juli 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
November 2008
Oktober 2008
September 2008
August 2008
Juli 2008
Juni 2008
Mai 2008
April 2008
März 2008
Februar 2008
Januar 2008
Dezember 2007
November 2007
Oktober 2007
September 2007
August 2007
Juli 2007
Juni 2007
Mai 2007
April 2007
März 2007
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
August 2006
Juli 2006
Juni 2006
Mai 2006
April 2006
März 2006
Februar 2006
Januar 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005

Ich bin zu erreichen

über meine Homepage.

Credits


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)

frontpage hit counter

aus der Provinz
Baseball
beziehungsweise
Blog
Glaube
Handarbeit
Heidelberg
Kraut und Rüben
Leben
Literatur
Musik
Olles
Podcast
Sport
Technik
Wortklauber
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren