eine Buchempfehlung
Doch mal wieder ein Buch gelesen, ein Sachbuch. Es hat mich aber auch angelacht. Und der Inhalt hat gehalten, was der Titel versprochen hat.
Es ist Generation Allah - Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen (unter diesem Link verbirgt sich auch eine Leseprobe) von Ahmad Mansour. Er geht zwar hauptsächlich auf den Islamismus ein, aber den christlichen Fundamentalismus habe ich darin auch wiedererkannt, ohne dass der Autor ihn explizit genannt hat.
Mich bringt das Buch ganz schön zum Nachdenken. Was patriarchale Erziehung ist, das kannte ich gar nicht. Tut mir nur gut, mehr darüber zu wissen, so als Frau, die gerne irgendwelche Probleme diskutiert. Das sind Leute mit einer patriarchalen Erziehung, wie der Autor es beschreibt, nämlich nicht gewohnt. Ich rede nun nicht von irgendwelchen islamistischen Gestalten, ich rede von deutschen Menschen. Von der patriarchalen Erziehung, die die Menschen bricht, sind wir nämlich gar nicht so weit weg. Wir hatten hier in D die sogenannte "schwarze Erziehung" mit einer Fachbuchbestsellerautorin Johanna Haarer, deren einschlägige Bücher dazu noch in den 70er Jahren publiziert wurden, wie ich mal gelesen hatte.
Ich habe gelernt, dass autoritäre Menschen und ich nicht zusammenpassen. Das Buch hat mir dabei geholfen.
Ich spiele Geige (wie mein Nick unschwer verrät), und genau in diesem Bereich waren autoritäre Lehrer zumindest früher gang und gäbe. Sowieso in der ganzen Musik. Ich habe mich erst letztens mit einer Bekannten über Dirigenten unterhalten. Anlass war mein Entzücken über die Kantorin der Johanneskirche, die mit ihren Sängerinnen und Sängern so nett und menschlich umgeht. Nach einigem Austausch meinte die Bekannte, dass die jetzige Generation Dirigenten gesund sei, gesünder als die vorausgehenden.
Ich jedenfalls bin mit meinen Geigenlehrern nie zurecht gekommen. Ich kannte dieses patriarchale von Zuhause nicht. Ich hatte nicht verstanden, dass ich diese Typen hätte bewundern und ihnen nachdackeln hätte sollen, sie nachahmen. Es lag mir so fern. Ich wollte den Austausch, das gemeinsame Arbeiten an einem Stück oder einer Etüde.
Und der Erfolg gibt mir recht.
Ich war mal in einem Orchester Stimmführerin der zweiten Geige. Ich hatte mich mehr als Moderatorin gesehen und die anderen Instrumentalisten ausdrücklich eingebunden. Sie hatten gerne Stimmprobe gemacht, konnten gar nicht mehr aufhören. (Normalerweise ist Stimmprobe sehr ungeliebt.)
Jetzt ist es aber nicht so, dass ich von autoritären Personen nicht gemocht werde. Diese Rebellion, die Ahmad Mansour in seiner Biografie beschreibt, hat einen gewissen Spin. Es ist toll, dass es bei ihm nicht bei diesem Spin geblieben ist, sondern dass er wirklich herausfand aus dem zerstörerischen System.
Ich selbst erlebe es so, dass mein ewiges "fröhlich, freundlich, zuverlässig" für solche Menschen seinen Reiz hat, meine Direktheit möglicherweise auch, aber sie brauchen jemanden zuverlässiges, kompetentes, mit dem sie darüber reden und dadurch sich weiterentwickeln können. Ich selbst kann das nicht machen, ich bin das Objekt der Faszination. Es braucht jemanden aus dem Umfeld der Person, der das auf gute Weise diskutieren kann. Der beim "begleiteten Entdecken", wie der Autor es nennt (das soll ein psychologischer Fachbegriff sein), assistiert.
Wegen dieses Spins kann es sein, dass ich schmerzlich vermisst werde, wenn ich aus einer Gruppe mit autoritären und recht wenig diskursfähigen Mitgliedern weggehe.
Nun bin ich froh, zu wissen, was mein Leben all die Jahre so aufregend machte.
Es ist Generation Allah - Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen (unter diesem Link verbirgt sich auch eine Leseprobe) von Ahmad Mansour. Er geht zwar hauptsächlich auf den Islamismus ein, aber den christlichen Fundamentalismus habe ich darin auch wiedererkannt, ohne dass der Autor ihn explizit genannt hat.
Mich bringt das Buch ganz schön zum Nachdenken. Was patriarchale Erziehung ist, das kannte ich gar nicht. Tut mir nur gut, mehr darüber zu wissen, so als Frau, die gerne irgendwelche Probleme diskutiert. Das sind Leute mit einer patriarchalen Erziehung, wie der Autor es beschreibt, nämlich nicht gewohnt. Ich rede nun nicht von irgendwelchen islamistischen Gestalten, ich rede von deutschen Menschen. Von der patriarchalen Erziehung, die die Menschen bricht, sind wir nämlich gar nicht so weit weg. Wir hatten hier in D die sogenannte "schwarze Erziehung" mit einer Fachbuchbestsellerautorin Johanna Haarer, deren einschlägige Bücher dazu noch in den 70er Jahren publiziert wurden, wie ich mal gelesen hatte.
Ich habe gelernt, dass autoritäre Menschen und ich nicht zusammenpassen. Das Buch hat mir dabei geholfen.
Ich spiele Geige (wie mein Nick unschwer verrät), und genau in diesem Bereich waren autoritäre Lehrer zumindest früher gang und gäbe. Sowieso in der ganzen Musik. Ich habe mich erst letztens mit einer Bekannten über Dirigenten unterhalten. Anlass war mein Entzücken über die Kantorin der Johanneskirche, die mit ihren Sängerinnen und Sängern so nett und menschlich umgeht. Nach einigem Austausch meinte die Bekannte, dass die jetzige Generation Dirigenten gesund sei, gesünder als die vorausgehenden.
Ich jedenfalls bin mit meinen Geigenlehrern nie zurecht gekommen. Ich kannte dieses patriarchale von Zuhause nicht. Ich hatte nicht verstanden, dass ich diese Typen hätte bewundern und ihnen nachdackeln hätte sollen, sie nachahmen. Es lag mir so fern. Ich wollte den Austausch, das gemeinsame Arbeiten an einem Stück oder einer Etüde.
Und der Erfolg gibt mir recht.
Ich war mal in einem Orchester Stimmführerin der zweiten Geige. Ich hatte mich mehr als Moderatorin gesehen und die anderen Instrumentalisten ausdrücklich eingebunden. Sie hatten gerne Stimmprobe gemacht, konnten gar nicht mehr aufhören. (Normalerweise ist Stimmprobe sehr ungeliebt.)
Jetzt ist es aber nicht so, dass ich von autoritären Personen nicht gemocht werde. Diese Rebellion, die Ahmad Mansour in seiner Biografie beschreibt, hat einen gewissen Spin. Es ist toll, dass es bei ihm nicht bei diesem Spin geblieben ist, sondern dass er wirklich herausfand aus dem zerstörerischen System.
Ich selbst erlebe es so, dass mein ewiges "fröhlich, freundlich, zuverlässig" für solche Menschen seinen Reiz hat, meine Direktheit möglicherweise auch, aber sie brauchen jemanden zuverlässiges, kompetentes, mit dem sie darüber reden und dadurch sich weiterentwickeln können. Ich selbst kann das nicht machen, ich bin das Objekt der Faszination. Es braucht jemanden aus dem Umfeld der Person, der das auf gute Weise diskutieren kann. Der beim "begleiteten Entdecken", wie der Autor es nennt (das soll ein psychologischer Fachbegriff sein), assistiert.
Wegen dieses Spins kann es sein, dass ich schmerzlich vermisst werde, wenn ich aus einer Gruppe mit autoritären und recht wenig diskursfähigen Mitgliedern weggehe.
Nun bin ich froh, zu wissen, was mein Leben all die Jahre so aufregend machte.
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