heiß auf Nachrichten
Heiß auf Schauernachrichten, Nachrichten aus dem Grab oder so. So oder so ähnlich muß ich wohl bei meiner Familie sagen.
Ich hab' dieses Jahr die Leiche aus dem Keller der Familie ausgegraben (ich war so stinksauer). Und jetzt scheint es so, als seien die total neugierig / begierig darauf.
Aber ich muß sagen, es ist mir recht. Ich komme zwar nicht so schnell hinterher, weil ich im Moment auch andere Prioritäten habe. Doch wenn sie sich so sehr dafür interessieren, dann arbeiten sie auch daran, und dann kann man hoffentlich endlich miteinander leben.
Ich hab' dieses Jahr die Leiche aus dem Keller der Familie ausgegraben (ich war so stinksauer). Und jetzt scheint es so, als seien die total neugierig / begierig darauf.
Aber ich muß sagen, es ist mir recht. Ich komme zwar nicht so schnell hinterher, weil ich im Moment auch andere Prioritäten habe. Doch wenn sie sich so sehr dafür interessieren, dann arbeiten sie auch daran, und dann kann man hoffentlich endlich miteinander leben.
Violine - abgelegt unter aus der Provinz - 31. Jul, 20:33
6 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
alex_blue - 1. Aug, 14:46
Jetzt bin ich ja doch ziemlich neugierig, was das denn für eine Leiche war/ist. Aber ich nehme an, das geht dann doch etwas zu sehr in die Privatsphäre hinein.
Jedenfalls wünsche ich Euch, das Ihr das klärt und dann besser miteinander umgehen könnt. So rein von der Ferne aus gesprochen.
Jedenfalls wünsche ich Euch, das Ihr das klärt und dann besser miteinander umgehen könnt. So rein von der Ferne aus gesprochen.
Violine - 1. Aug, 15:54
Die Leiche? Sozusagen ein Untoter. Mein Opa war schwerst traumatisiert vom 1. Weltkrieg, so schwer, daß er nicht mal mehr zugeben konnte, im Krieg gewesen zu sein, so schwer, daß er behauptete, er habe es gut gehabt in der Marine.
Wegen dieser Haltung, weil er es nicht mehr ertragen hatte, war das quasi tabu in der Familie, aus der Not heraus. Den Kindern war das nicht klar, denen sagte man der sei nicht so, der tue nur so.
Die Familie ist signifikant anders als der Rest der Familie, sie tun sich ziemlich schwer mit dem Leben (generationenweit). Kein Wunder, so wie sie aufgewachsen sind. Und die Söhne haben die Verhaltensweisen vom Opa übernommen.
Ich hoffe ja wirklich, sie interessieren sich dafür, auf daß es leichter wird, mit ihnen zu leben.
Mein Vater z.B. kann sich benehmen, da hält man ihn für einen Wahnsinnigen, ist er aber nicht. Das ist ziemlich belastend.
Wegen dieser Haltung, weil er es nicht mehr ertragen hatte, war das quasi tabu in der Familie, aus der Not heraus. Den Kindern war das nicht klar, denen sagte man der sei nicht so, der tue nur so.
Die Familie ist signifikant anders als der Rest der Familie, sie tun sich ziemlich schwer mit dem Leben (generationenweit). Kein Wunder, so wie sie aufgewachsen sind. Und die Söhne haben die Verhaltensweisen vom Opa übernommen.
Ich hoffe ja wirklich, sie interessieren sich dafür, auf daß es leichter wird, mit ihnen zu leben.
Mein Vater z.B. kann sich benehmen, da hält man ihn für einen Wahnsinnigen, ist er aber nicht. Das ist ziemlich belastend.
alex_blue - 1. Aug, 16:49
Aua, das klingt nach ziemlich viel Aufarbeitungsbedarf. Ich finde es sowieso schon hart, wieviele mit den traumatischen Erlebnissen aus WW1 und auch WW2 ohne psychologische Betreuung umgehen mußten und müssen. Da alleine ein normales Leben draus zu machen ist bestimmt sehr sehr schwer, manchmal vielleicht sogar unmöglich.
Violine - 1. Aug, 16:57
Also, in der Familie väterlicherseits tun sie sich sehr schwer.
Der Sohn meiner Cousine ist gar ins Kloster gegangen. Ist aber verständlich, wenn man weiß, daß meine Cousine sehr oberflächlich aufgewachsen ist. Ich denke, ihr Sohn will Ruhe, Werte, einen klaren Kopf, echte Gemeinschaft.
Andererseits aber sind es sehr gutherzige und auch liebenswerte Menschen, z.T. aber halt echt schrill.
Ich habe letzte Woche in der Jüdischen Allgemeinen was gelesen. Da geht es um die Leiden der zweiten Generation.
Ich hab' nun an die Redaktion geschrieben für mehr Informationen, ich hoffe, sie antworten.
Der Sohn meiner Cousine ist gar ins Kloster gegangen. Ist aber verständlich, wenn man weiß, daß meine Cousine sehr oberflächlich aufgewachsen ist. Ich denke, ihr Sohn will Ruhe, Werte, einen klaren Kopf, echte Gemeinschaft.
Andererseits aber sind es sehr gutherzige und auch liebenswerte Menschen, z.T. aber halt echt schrill.
Ich habe letzte Woche in der Jüdischen Allgemeinen was gelesen. Da geht es um die Leiden der zweiten Generation.
Ich hab' nun an die Redaktion geschrieben für mehr Informationen, ich hoffe, sie antworten.
alex_blue - 1. Aug, 17:10
Das klingt allerdings sehr interessant (der Artikel). Kannst ja mal davon berichten, wenn Du mehr erfährst.
Violine - 1. Aug, 17:13
Ich werde gerne mehr berichten.
In dem Artikel geht es darum, daß die zweite Generation der Holocaust-Opfer eine Sammelklage gegen die Bundesrepublik eingeleitet hat (3000 Leute), damit sie ihre Therapien bezahlt bekommen.
Na ja, ich denke, sie bekommen das nicht durch.
Aber es stand auch drin, daß eine Frau z.B. in Therapie geht, weil sie die Depressionen ihrer Mutter nicht erträgt. Oder daß die 2. Generation die 1. Generation zum Psychologen schleppt.
Mal sehen, wann und was die Redaktion antwortet, dann kann ich mehr schreiben.
In dem Artikel geht es darum, daß die zweite Generation der Holocaust-Opfer eine Sammelklage gegen die Bundesrepublik eingeleitet hat (3000 Leute), damit sie ihre Therapien bezahlt bekommen.
Na ja, ich denke, sie bekommen das nicht durch.
Aber es stand auch drin, daß eine Frau z.B. in Therapie geht, weil sie die Depressionen ihrer Mutter nicht erträgt. Oder daß die 2. Generation die 1. Generation zum Psychologen schleppt.
Mal sehen, wann und was die Redaktion antwortet, dann kann ich mehr schreiben.
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