Im Vorwort zu "Die Unfähigkeit zu trauern" steht was zur Demokratiefähigkeit (demokratische Gedankenfreiheit) unseres Staates, die wohl in wirtschaftlich schlechteren Zeiten auf dem Prüfstand steht. Zitat:Gibt es neben unserem Streben nach Reichtum auch ein neuerdings erwachtes nach Freiheit? Mehrt oder mindert sich die Toleranz, abweichende Meinungen - auch solche, die uns ärgern - zu ertragen und zu achten?Tss, tss, ich denke, Bloghausen kann dieser Tage was das betrifft als Studienobjekt herhalten. Klowände, Schwanzvergleich, Top-100-Listen, Vetterleswirtschaft (gewisse Kreise verlinken gehäuft untereinander um sich gegenseitig zu puschen), uniforme Themen (worüber der eine schwafelt, schwafelt der andere auch, ob das nun Klowände sind oder sonstwas), ...
Wo bleibt da die demokratische Gedankenfreiheit?
Violine - abgelegt unter
Blog - 30. Jan, 15:00
Wie man an der Sidebar seht, lese ich gerade das berühmte Buch "Die Unfähigkeit zu trauern". Ich hab's günstig im Antiquariat erstanden.
Das Buch ist interessant, und zwar sehr. Ich lese es unter dem Aspekt "die kleinen Tyrannen", also die in Familie, Freundeskreis etc. Da deckt sich vieles.
Gleich auf den ersten Seiten geht es los. Klar, am Beispiel des verlorenen Krieges. In der Nachkriegszeit wurde dieser Krieg anscheinend sehr verharmlost.
Trifft das aber nicht auch auf sonstige Gewalttäter zu? Dieses weitreichende Verleugnen? Zitat:Vielmehr will man die Sieger auf Grund ihrer eigenen moralischen und politischen Maßstäbe zwingen, die Konsequenzen der Naziverbrechen so zu handhaben, als ob es sich um einen belanglosen kriegerischen Konflikt gehandelt hätteIch denke, Mißbrauchs- und Vergewaltigungsopfer werden oft mit diesem Schema konfrontiert. Nach dem Motto, war doch "nur ein Flirt", "wir zwei verstehen uns schon" und was auch immer, wie etwa Leugnen der psychischen Gewalt oder der Häufigkeit der Übergriffe. Oft muß man den Tätern alles aus der Nase ziehen, indem man ihnen unwiderlegbare Beweise für ihre Taten vorsetzt. Selbst dann noch wird geleugnet. Nicht nur vom Täter, auch vom Umfeld. Ganz klassisch die Mütter, die ihren mißbrauchten Kindern einfach nicht glauben können (und sie dadurch nochmals traumatisieren).
Violine - abgelegt unter
Literatur - 30. Jan, 14:32