Sonntag, 13. August 2017

Ohne Gedudel

Petra fragt gerade nach unserer Lieblingsmusik. Es kommen etliche Antworten. Lauter Musik. Eine bricht aus der Reihe aus und gesteht, sie hätte am Liebsten gar keine Musik. Einfach nur Ruhe, Stille, Vogelgezwitscher.

Das bringt mich auf eine Begebenheit, die mir eine Freundin kürzlich erzählt hat. Sie hat mal in einem Kleiderladen gearbeitet. Sie hatte einen tollen Verkaufsvormittag, bis die Chefin reinkam und sie ins Gebet nahm, die Musik anzustellen.

Angeblich wird bei Gedudel mehr verkauft, aber dieser Vormittag schien das Gegenteil zu beweisen. Und auch ich will das ständige Gedudel nicht. Ohne fühle ich mich wohler.

Wie geht's Euch so?

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david ramirer - 14. Aug, 09:27

musik während der arbeit hören zu müssen gehört zum schlimmsten joch, in das ein werktätiger mensch geraten kann... und das sage ich als jemand, der ohne musik wohl nicht mehr leben könnte/würde/wollte.

musik ist etwas allzu wesentliches, um sie in den hintergrund zu verbannen; vor allem, wenn man keine hoheit darüber hat, welche musik das ist.

Violine - 14. Aug, 09:30

Danke für Deinen Beitrag, David.

Oh ja, Musik während der Arbeit abgenudelt ... Ich kann da nicht arbeiten. Und um die Musik, in der viel Arbeit und Hingabe stecken, ist es schade.
david ramirer - 14. Aug, 09:43

das perfide ist, dass in dieser gegenwart bereits gar nicht wenig musik bereits dafür gezielt produziert und verkauft wird, um in kaufhäusern, modegeschäften, cafés und supermärkten den hintergrund zuzududeln.

die produktion dieser musik bedeutet sicher auch nicht wenig arbeit, aber ich frage mich, inwiefern man diese klangkulissen noch als "musik" bezeichnen kann, will sie doch gar nicht "bewusst" gehört werden, sondern nur als unterbewusste ablenkung funktionieren, um die stille brutal auszuschalten.
der mensch kann schlechter selbstständig denken, wenn er dumm bedudelt wird; und wenn er schlechter denken kann, dann kauft er mehr ein.
das problem zieht aber weitere kreise: bereits seit den 70ern und 80ern gibt es familien, in welchen den ganzen tag der fernseher läuft, und wenn nicht der, dann das radio. das bedudeln mit irgendwas hat tradition und wird, glaube ich, immer massiver.

diese musik ersetzt wohl in den tempeln des konsums den weihrauch... aber das ist nur meine subjektive beobachtung.

ich brauche jedenfalls auch meine tägliche großportion stille, damit ich die musik entsprechend würdigen kann - und zu musik zähle ich durchaus auch vogelgezwitscher, blätter in einem baum, wasserplätschern, ... und natürlich (naturgemäß) bach.
Violine - 14. Aug, 09:49

Du kennst Dich gut aus.

Stimmt schon, ich suche mir das, was ich kaufe, lieber bewusst aus. Also weg mit dem Gedudel, dem Klangteppich.

Im Café erhöht es meist leider einfach nur den Lautstärkepegel, wodurch man sich nicht mehr so gut unterhalten kann. Aber ich gehe gerne mit irgendwelchen Freunden ist Café, um mich mit ihnen zu unterhalten.

Finde ich gut, dass Du extra darauf aufmerksam machst, dass extra Klangteppiche (nennen wir es mal so) komponiert werden. Ich brauche sie selten.
Es scheint mir regelrecht zu einem Gesellschaftszwang geworden zu sein, Musik (ob jetzt TV, Radio, oder Hintergrundgeplätscher) laufen zu lassen. Das gefällt mir gar nicht.
la-mamma - 5. Okt, 15:45

Ich kann "Hintergrundmusik" auch nicht ausstehen. Ich will mich hinsetzen und Musik bewusst und am allerliebsten live hören. Zum Glück kann ich mir das auch relativ häufig zeitlich und finanziell leisten.

PS: In manchen Stammlokalen lachen uns die Kellner eh schon fast aus - wir lassen nämlich durchaus ganz freundlich drum bitten, die Musik abzudrehen ... In einem Geschäft geht das natürlich nicht;-)

Violine - 5. Okt, 16:52

Wow, Ihr habt die Traute, zu bitten, die Musik auszumachen! Ich trau' mich maximal zu bitten, die Musik leiser zu drehen. Ihr seid stark! (Zum Auslachen gibt's da nichts, finde ich, diese stete Musikberieselung ist einfach ein Graus.)

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